Lötgeräte / Entlötgeräte

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Löt- und Entlötgeräte dienen der Verbindung und Lösung von Werkstoffen. Beim Löten kommt dabei die Technik des stoffschlüssigen Fügens zum Einsatz. Das Lot als niedrigschmelzendes Metall wird gemeinsam mit zwei anderen Werkstoffen (Metalle oder metallisiertes Glas) erhitzt. Es wird anschließend auf diese aufgetragen. Das Lot sorgt für eine elektrische Anziehung. Durch diese werden die anderen Werkstoffe zueinander geführt. Nach dem Erkalten sind sie ebenfalls mechanisch miteinanderverbunden. Entlötgeräte arbeiten mit der sogenannten Entlötlitze und lösen entsprechende Verbindungen wieder.

Aufbau

Löt- und Entlötgeräte bestehen aus einem Kolben, dem Griff für die Arbeit sowie dem Erhitzungsmechanismus. An der Spitze des Kolbens befindet sich das Lot, weshalb sich als Synonym für das gesamte Gerät der Begriff “Lötkolben” eingebürgert hat. Dahinter folgt in der Regel Kupfer. Erhitzungsmechanismen können Feuer oder Elektrizität sein. Beim Entlöten kommt die Litze mit zum Einsatz. Sie ist ein Band aus geflochtenen Kupferdrähten, das chemisch mit dem Lötzinn (“Lot”) reagiert und eine Kapillarwirkung erzeugt. Durch diese löst sich die Verbindung wieder. Löt- und Entlötgeräte kommen allerdings nur für das sogenannte Weichlöten zum Einsatz. Sie sind für Hartlot durch die Kupferspitze ungeeignet. Hier kommen ausschließlich Geräte zur Anwendung, die konstant mit Temperaturen jenseits von 450 Grad Celsius arbeiten können. Dabei handelt es sich beispielsweise um Laser oder um Geräte mit Gasflamme.

Geschichte

Das Löten als Verbindungstechnik reicht weit zurück. Sie war bereits 5000 vor Christus bekannt und diente vor allem der Verarbeitung von Edelmetallen zu Schmuck. Dabei wurde die Kupferspitze einer Eisenstange in einem Ofen erhitzt, um die einzelnen Legierungen miteinander verbinden zu können. Die goldene Grabmaske des bekannten ägyptischen Pharaos Tutanchamuns wurde beispielsweise gelötet. Große Fortschritte gab es schon zur Zeit der Griechen und Römer, die mit Kupfersalzen arbeiteten, um neue und einfacher zu lötende Legierungen zu erstellen. Die ersten elektrischen Lötgeräte kamen im 19. Jahrhundert auf, weil durch Wechselstrom eine kontinuierliche Erhitzung gewährleistet werden konnte. Entlöt-Techniken im heutigen Sinne folgten kurz danach. Zuvor wurden Lötverbindungen durch Schneide- und Sägewerkzeuge wieder getrennt – was je nach Verbindungsstück allerdings ausgesprochen aufwendig war.

Arten

Ein Lötgerät kann mit einem dieser Verfahren arbeiten:

  • elektrischer Strom
  • Strahl
  • elektrische Gasentladung
  • einfaches Gas
  • erhitzte Flüssigkeit

Ab einer Arbeitstemperatur von mehr als 900 Grad Celsius wird dabei vom Hochtemperaturlöten gesprochen. Dieses darf nur in einem Vakuum oder unter Schutzglas passieren.

Einsatzbereiche

Entlöt- und Lötgeräte sind typischerweise bei Reparaturarbeiten, in der Elektronik, bei der Produktion von Kleinstserien bestimmter Bauteile, zur Fertigung von Testmustern sowie im Schmuckhandwerk und in der Kunst im Einsatz. In der industriellen Fertigung kommt zwar auch gelegentlich ein Lötverfahren zum Einsatz. Dieses wird jedoch durch eine größere Maschine gesteuert. Da es zeitaufwendig ist, versuchen die meisten Fabriken, es zu vermeiden.
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