Klebepistolen

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Heißklebepistole

Die genauere Bezeichnung der Klebepistole ist Heißklebepistole, da dieses Werkzeug der Verarbeitung von Schmelzklebstoff aus Kunststoff dient. Zum Arbeiten mit der Klebepistole wird ein Klebstoff (meist in Stangenform) an der Rückseite in das Gerät eingeführt. Im Inneren des Gerätes bringt eine elektrisch oder mit Brenngas betriebene Heizung den Klebstoff zum Schmelzen. Wie bei einer normalen Pistole gibt es bei den meisten Modellen auch einen Abzug (Transporthebel). Bei Betätigung des Abzugs wird der verflüssigte Kunststoff aus der vorderen Düse freigegeben. Gleichzeitig dient der Transporthebel dazu, die Klebstoffstange in den Schmelzraum zu schieben. Es gibt auch kleinere Geräte, die ohne einen gesonderten Transportmechanismus auskommen. Bei ihnen wird der Schmelzkleber händisch in das Gerät eingebracht. Verbreitet sind heuet Klebe-Sticks mit Durchmessern zwischen 7-18 mm. Die Sticks bestehen meist aus Ethylen-Vinylacetat-Copolymer.

Geschichte

Die Funktionsweise einer Heißklebepistole geht auf verschiedene Patente zurück. Die ersten Patente stammen vom Ende der 1940er Jahre. In den 1960er und 1970er Jahren folgten weitere Patente die das Prinzip technisch noch verbesserten. Die Firma 3M brachte erstmals industrielle Klebepistolen 1973 unter dem Namen Polygun in den USA auf den Markt. Die Bremer Firma Bühnen GmbH Co. KG führte Mitte der 1970er Jahre Klebepistolen ein, die die heute weit verbreiteten Sticks einsetzen. Die Sticks bilden den standardisierten stangenförmigen Kleber, die sich so einfach in die Heißklebepistolen einführen lassen.

Arten

Unterscheiden lassen sich Klebepistolen unter anderem nach Dimension, Heizelement und Antrieb. Im industriellen, gewerblichen Bereich finden vor allem Klebepistolen mit elektrischen und Gasbrenner-Heizelementen sowie gegebenenfalls mit pneumatischen Zusatzschub Anwendung. Die Modelle für den gewerblichen Einsatz sind größer dimensioniert, erreichen höhere Temperaturen und setzen teilweise andere Kunststoffe ein als Klebepistolen im privaten und handwerklichen Bereich. Gewerbliche Geräte verfügen im Regelfall über eine gesonderte Temperaturregelung, was eine kontinuierliche Schmelze von Klebstoff erlaubt. Bei preiswerteren Geräten von kleinerem Umfang kühlt sich der Klebstoff meist zwischendurch immer wieder ab, was einen kontinuierlichen Durchfluss der flüssigen Klebmasse verhindert. Deshalb eignen sich die kleineren Modelle für den Privatgebrauch auch nicht für den Einsatz auf größeren Flächen. Sie sind eher darauf ausgerichtet, punktförmige Klebeflächen zu bedienen.

Einsatzbereiche

Die kleinere, einfache Klebepistole wird von Handwerkern für das Verkleben auf Kleinstflächen und von Bastlern in der Bastelarbeit eingesetzt. Auch kleine Reparaturen im Haushalt lassen sich mit diesen einfachen Modellen durchführen.

Im gewerblichen Bereich können kann eine Klebepistole auch andere Aufgaben erfüllen:

Floristen und Raumausstatter setzen die Klebepistole ein, um bestimmte Arrangements zu gestalten, bei denen Flächen miteinander verbunden werden müssen. Daneben findet die Klebepistole auch Anwendung

  • in der Automobilindustrie.
  • bei der Verklebung von Kartons und anderen Verpackungsmaterialien.
  • in der Möbelindustrie.
  • in der Elektroindustrie bei der Verbindung von Kabeln mit elektrischen Bauteilen oder der Verankerung von Kabeln.
  • in der Displayherstellung.

Hersteller

Im privaten und handwerklichen Bereich werden Klebepistolen unter anderem von Herstellern angeboten, die auch Kleber in ihrem Sortiment haben. Bekannte Namen sind hier beispielsweise:

  • Uhu
  • Pattex
  • Henkel

Auch die Anbieter von typischen Elektrowerkzeugen sind mit der einen oder anderen Klebepistole im handwerklichen Segment vertreten:

  • Metabo
  • Parkside
  • Trotec
  • Bosch
  • Steinle
  • Proxxon

Im professionellen, gewerblichen Bereich sind Marken wie

  • Bühnen
  • Dremel

und andere interessant.

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