Fliesenschneider

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Fliesenschneider

Ein Fliesenschneider ist ein Werkzeug, mit dem sich Fliesen präzise durchtrennen und so auf das gewünschte Maß zuschneiden lassen. Man unterscheidet grundsätzlich zwei Arten: manuelle Fliesenschneider und solche mit elektrischem Antrieb. Einfache manuelle Geräte werden bereits zu günstigen Preisen in Heimwerker-Märkten angeboten. Im Profibereich verwendet man in der Regel elektrische Schneidgeräte, die über Zusatzfunktionen wie eine Wasserkühlung oder einen Laser verfügen können.

Manueller Fliesenschneider

Ein manueller Fliesenschneider wird mit Muskelkraft bedient. Er besteht üblicherweise aus einer stabilen Unterkonstruktion und einem Schneidrad aus Hartmetall. Mittels eines Hebels wird das Schneidewerkzeug auf die eingespannte Fliese gedrückt. Eine Führungsschiene fixiert anschließend das Schneidrad, während es über das Schnittgut bewegt wird. Die Fliese wird allerdings nicht gänzlich durchschnitten, sondern lediglich an der Oberfläche eingeritzt. So entsteht eine Sollbruchstelle, entlang der die Fliese anschließend gebrochen wird. Das Arbeiten mit manuellen Fliesenschneidern erfordert Kraft und etwas Übung, um genau den richtigen Druck auf die Fliese auszuüben.

Elektrischer Fliesenschneider

Funktionsweise

Bei einem elektrischen Fliesenschneider wird die Trennscheibe durch einen Elektromotor angetrieben. Es gibt portable handgeführte Modelle, üblicherweise aber verfügen die Geräte über einen Tisch mit Unterkonstruktion. Elektrische Fliesenschneider funktionieren ähnlich wie eine Kreissäge: Die Fliese wird eingespannt und die Trennscheibe läuft anschließend entlang einer Führungsschiene über das Schnittgut. Bei einigen Modellen bleibt die Trennscheibe fixiert, während das Schnittgut über den Tisch geführt wird. In jedem Fall wird die Fliese gänzlich durchschnitten und nicht wie bei manuell betriebenen Geräten nur eingeritzt.

Arten

Bei elektrischen Geräten lässt sich zwischen Nass- und Trockenschneidern unterscheiden. Bei Nassschneidern wird die Trennscheibe durch einen Wasserbehälter geführt, was für Kühlung sorgt und die Staubentwicklung beim Schneiden eindämmt. Dadurch können die Geräte weniger leicht überhitzen, der Arbeitsplatz und die Fliesen werden allerdings nass und die Lärmentwicklung kann hoch sein. Trockenschneider ohne Wasserkühlung sind oft leiser, verursachen aber mehr Staub und es besteht die Gefahr, dass die Trennscheibe überhitzt. Man kann mit ihnen handelsübliche Keramikfliesen schneiden, für besonders harte Materialien (etwa Steingut) sind sie jedoch ungeeignet.

Motorleistung

Je höher die Motorleistung, desto härtere Materialien kann das Gerät – auch bei niedriger Drehzahl – schneiden. Üblicherweise liegt die Nennleistung bei Einsteiger-Modellen zwischen 600 und 900 Watt, Profigeräte können bis zu 1.800 Watt stark sein.

Trennscheibe

Die Trennscheibe kann aus gehärtetem Stahl mit Diamantteilchen oder aus Kunstharz bestehen. Diamant-Trennscheiben sind sehr langlebig und kraftvoll, können aber überhitzen und benötigen daher in der Regel eine Wasserkühlung. Mit Kunstharz-Trennscheiben ist auch trockenes Schneiden möglich, sie nutzen sich aber rascher ab und sind für harte Materialien wie Steingut ungeeignet.

Winkelanschlag

Mit einem Winkelanschlag sind exakte Diagonalschnitte möglich. Im Idealfall ist er stufenlos einstellbar.

Staubabsaugesystem

Einige Modelle verfügen über ein Absaugsystem, damit der beim Schneiden entstehende Staub nicht in die Umgebung gelangt. Das ist aus gesundheitlichen Gründen vorteilhaft, zudem verschmutzt der Arbeitsplatz weniger.

Laser

Durch einen Laser wird die Trennlinie optisch erkennbar gemacht. Das ermöglicht besonders präzise Schnitte.
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