Richtwaagen

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Richtwaagen sind vielen Menschen auch unter dem Namen Wasser- oder Maurerwaage bekannt. Das Prüfgerät wird eingesetzt, um die horizontale und vertikale Ausrichtung von Objekten zu prüfen. Kernstück ist eine gefasste Libelle. In der Messtechnik steht Libelle für eine kleine Waage, die mit Flüssigkeit sowie einer Luftblase gefüllt ist. Diese ist zur Messfläche ausgerichtet. Während die klassische Wasserwaage ein eher kurzes, kleines Objekt ist, haben Richtwaagen 30 bis 200 cm lange Profile, in die ein oder mehrere Libellen eingelassen sind. Die gesamte Konstruktion besteht bei Richtwaagen aus Aluminium, Holz, Kunststoff oder einem anderen ähnlich stabilen Material. Richt- und Maurerwaagen werden wasserunempfindlich gefertigt, damit sie alltagstauglich auch auf Baustellen, bei Kanalarbeiten und in anderen fordernden Umgebungen eingesetzt werden können.

Geschichte

Flüssigkeiten wie Wasser wurden bereits im alten Ägypten zur Ausrichtung im Bauwesen eingesetzt. Ebenso benutzte man in der Antike Dreiecke mit einem Lot als Setzwaagen. 1661 entwickelte der französische Naturforscher Melchisédech Thévenot die erste Wasserwaage nach dem Libellen-Prinzip mit einer Flüssigkeit in einer Kapsel. Die klassische Richtwaage ist auch heute noch der ursprünglichen Erfindung sehr ähnlich. Daneben wurden auch modernere Formen entwickelt, deren Messgenauigkeit noch höher sein kann und die zusätzliche Funktionen aufweisen. Dabei hat für die prinzipielle Funktion der klassischen Richtwaage kaum ein Verbesserungsbedarf bestanden, weil die Messgenauigkeit bei einem qualitativ hochwertigen Werkzeug um 1 mm/m zur Normallage liegen wird.

Einsatzbereiche

Die klassische Wasserwaage wird vor allem zur Ausrichtung von einzelnen Bauteilen wie Rohren, Steinen oder Balken eingesetzt. Maler setzen die Richtwaage ein, wenn Farbfelder abgegrenzt werden. Zur Vermessung ganzer Bauwerke kommen speziellere Richtwaagen wie die Laserwasserwage und die Schnurwasserwaage zu Anwendung. Grundsätzlich benötigen die meisten Handwerker zumindest die Richtwaage mit einer oder zwei Libellen als Grundausstattung in ihrem Werkzeugkasten.

Arten

Libellen

Richtwaagen werden unter anderem danach unterschieden, wie viele Libellen sie haben.

  • 1 Libelle kann man nur die Ausrichtung der Vertikale oder Horizontale prüfen
  • 2 Libellen können Vertikale und Horizontale gleichzeitig geprüft werden
  • 3 Libellen kann zusätzlich die 2°-Neigung oder 45°-Neigung geprüft werden

Daneben gibt es Richtwaagen, die über eine drehbare und damit einstellbare Libelle verfügen.

Schnurwasserwaagen

haben eine zusätzliche Öse, an denen Sie aufgehängt werden können

Pfostenwaagen

werden an Stehlen und Pfosten befestigt

Laserwasserwaagen

verfügen über einen Laserstrahl, der parallel zur Waagensohle ausgerichtet ist

Richtwaagen

Diese Art einer Richtwaage kann zusammen mit einem Nivellierteller – einer Art Stativ – auch zur Übertragung von Höhen eingesetzt werden. Richtwaagen im Maschinenbau müssen eine erhöhte Genauigkeit beim Prüfen aufweisen.

Setzlibelle

misst 100 mal genauer als eine gewöhnliche Richtwaage

Kanalwaage / Nivellierwaage

richtet sich als einfaches geodätisches Messgerät selbstständig waagerecht aus

Dosenlibelle

richtet sich zweidimensional aus

Hersteller

Viele Werkzeughersteller haben auch die eine oder andere Richtwaage in ihrem Sortiment. Andere konzentrieren sich auf Prüf- und Messgeräte wie Richtwaagen.

Bekannte Namen sind

  • Würth
  • Stiefelmayer
  • Stabila
  • Eichhorn
  • SOLA
  • BMI
  • Storch
Kategorien