Messräder

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Das Messrad, auch als Laufrad oder Rolltacho bezeichnet, gehört zu den Hodometern, die am Boden zurückgelegte Strecken messen können. Es ist besonders gut zum Abmessen längerer Strecken geeignet. Zu den typischen Einsatzgebieten für Messräder zählen der Straßenbau, die Vermessung von Grundstücken, der Gleisbau sowie der Garten- und Landschaftsbau.

Aufbau

Das zentrale Element des Messrads ist das eigentliche Rad. Dabei kann es sich um ein metallenes Scheibenrad aus Stahl oder Aluminium oder um ein Speichenrad handeln. Der Radumfang liegt bei Mini-Messrädern im Bereich von 50 cm, bei Standardausführungen im Bereich von 100 cm und bei großen Messrädern für die Feldvermessung im Bereich von 200 cm.

Weitere Komponenten sind der Führungsholm oder die Führungsstange mit dem Griff sowie das Zählwerk, die Messanzeige und ein Ständer für das sichere Abstellen des Messrads. Zusätzlich können Messräder mit Reflektoren für verbesserte Sicherheit bei schlechten Sichtverhältnissen ausgestattet sein.

Funktionsweise

Das Messrad wird mit einer Hand am Griff die abzumessende Strecke entlang gerollt. Das Zählwerk zählt die Umdrehungen des Rades und übersetzt diese in die zurückgelegte Strecke. Bei einigen Modellen ist die Subtraktion von Teilstrecken durch rückwärtiges Führen des Messrads möglich.

Der Führungsholm des Messrads ist häufig teleskopierbar um eine komfortable Anpassung an die Körpergröße verschiedener Nutzer zu gewährleisten. Als Skalierung für die Anzeige sind modellabhängig Meter, Dezimeter und Zentimeter einstellbar. Die Messtoleranzen hochwertiger Modelle liegen unter 0,05 %.

Einsatzbereiche

Damit ein Messrad eine Strecke korrekt vermessen kann, ist ein möglichst ununterbrochener Kontakt zwischen Rad und Boden nötig. Entsprechend lassen sich Messräder am besten in einer Umgebung mit ebenem Untergrund ohne Hindernisse einsetzen. Um das Hochspringen auf kleineren Unebenheiten wie Steinen zu verhindern, sind einige Messräder bewusst mit einem hohen Gewicht konstruiert. Auf kurzen Distanzen mit Hindernissen lassen sich die sehr genau messenden Laser-Messgeräte als Alternative zum Messrad verwenden.

Geschichte

Das Prinzip der indirekten Vermessung von Strecken über die Umdrehungen von Rädern war bereits in der Antike bekannt. Frühe Hodometer wurden in Europa schon zur Zeit von Alexander dem Großen (356 v. Chr. bis 323 v. Chr.) eingesetzt. Die ersten schriftlichen Beschreibungen von Hodometern stammen aus dem 1. Jahrhundert v. Chr.

Sie wurden in Rom von dem Ingenieur Vitruv und in Griechenland vom Erfinder Heron von Alexandria verfasst. Die römischen Hodometer oder Messwagen spielten eine wichtige Rolle bei der Anlage des ganz Europa durchziehenden Straßennetzes im Römischen Imperium. In China sind Hodometer für die Zeit der Han-Dynastie im 1. Jahrhundert n. Chr. belegt.

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