Schraubstöcke

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Schraubstock

Bei vielen handwerklichen und industriellen Tätigkeiten ist es sinnvoll, wenn das Werkstück für die Bearbeitung fixiert wird. Die ideale Vorrichtung ist dafür in der Regel der Schraubstock. Er gehört zur traditionellen Ausstattung von Werkstätten und ist bei zahlreichen Arbeitsschritten fest eingebunden. Seine Kernleistung ist das Feststellen der zu bearbeitenden Bauteile.

Geschichte

Die Vorrichtung des Schraubstocks gibt es schon mehr als ein Jahrhundert. Beim Klassiker wurde der Schraubstock mit Unterstützung von Schraubzwingen an der Werkbank befestigt und das Werkstück eingespannt und bearbeitet. In der Regel gab es damals gußeiserne Schraubstöcke. Sie waren meist als Parallelschraubstöcke konzipiert. Heute ist der Schraubstock meist aus Stahl produziert. Das Material ist zum einen besonders stabil, zum anderen auch rostfrei, wenn ein entsprechender Stahl ausgewählt wird. Mit Stahl kann die Haltbarkeit von Schraubstöcken erfreulich verbessert werden.

Funktionsweise

Die Funktionalität der Schraubstöcke kommt durch die zwei Backen zustande. Die Backen sind die beiden Teile, zwischen denen das Werkstück eingespannt ist. Der Abstand (und manchmal auch der Winkel) der Backen zueinander kann bedarfsgerecht werden. Somit können Werkstücke bis zum maximalen Backenabstand in dem Schraubstock für eine individuelle Bearbeitung eingeklemmt werden, indem die beiden Backen aufeinander zubewegt werden. Dies ist mit Kurbeln beziehungsweise mit Stab und Spindel möglich.

Arten

Bei den Schraubstöcken unterscheidet man zwei grundsätzliche Arten: den Parallel- und den Flaschenschraubstock. Beim Parallelsschraubstock – er wird häufig als Klemmschraubstock genutzt – bleiben die beiden Backen immer zueinander parallel, unabhängig von dem Abstand, der ihnen durch das einzuspannende Werkstück vorgegeben wird. Beim Flaschenschraubstock – man kennt ihn auch mit dem Namen Schmiedeschraubstock – ist auch eine Winkeländerung möglich, die dann geschaffen wird, wenn man die Backen annähert.

Bei beiden Varianten ist die Backenfunktion dieselbe: Eine Spannbacke ist fest, die andere wird je nach Werkstückmaß bedarfsgerecht justiert. Wichtig ist dabei der Mittelweg: Das Werkstück ist so einzuspannen, dass es fest im Schraubstock eingespannt ist, aber dass die Backen das Material nicht beschädigen.

Einsatzbereiche

Es ist eine Vielzahl von Arbeiten aus dem industriellen und handwerklichen Kontext, die mit Unterstützung des Schraubstocks durchgeführt werden können. In Schreinereien ist das Sägen mit der Handsäge damit gut möglich. Auch das Schleifen für die Oberflächenbearbeitung von Produkten ist mit dem Schraubstock unkomplizierter. Passgenaue Bohrungen sind mit dem Schraubstock als Unterstützung ebenfalls professionell zu verwirklichen.

Sonderformen ermöglichen spezialisierte Vorgänge der Bearbeitung. So kann ein Schraubstock in eine Maschine integriert werden und bestimmte maschinelle Arbeiten möglich machen. Der Rohrschraubstock ist speziell für die Arbeiten an Rohren – etwa das Beschneiden und Bohren – entwickelt.

Vorteile

Die Präzision des Arbeitens und damit hochwertige Produkte und Bauteile sind der Hauptvorteil, den das Einspannen in Schraubstöcke bietet. Auch der Aufwand für den Arbeiter wird erfreulich weniger. Denn wenn früher der Arbeiter oder ein Kollege das Werkstück festhielten und bearbeiteten, wird es nun einfach komfortabel zwischen den Spannbacken befestigt. Das dient nicht nur der Arbeitsergonomie und -ökonomie. Es dient auch der Sicherheit, da bei den handwerklichen Tätigkeiten das Werkstück immer solide eingespannt ist und nicht aus der Hand rutschen kann.
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