Nagelzieher

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Beim Nagelzieher ist der Name schon Programm. Das Werkzeug wird sowohl im privaten als auch im gewerblichen Bereich eingesetzt, um Nägel als Verbindungselemente für unterschiedliche Arten von Materialien wieder aus dem Werkstoff herauszuziehen. Das Handwerkszeug gehört zu den Feinwerkzeugen und ist ein nützliches Utensil – sowohl für den Hobby- als auch den Handwerker.

Geschichte

Die Historie der Nagelzieher ist eng mit der des Nagels als Element der Verbindung und der stabilen Montage verknüpft. Schon einige Jahrtausende vor Christus gab es die ersten Nägel, im 18. Jahrhundert wurden Nägel bereits industriell gefertigt. Im Prinzip ist es der erste falsch eingeschlagene Nagel, der den Nagelzieher erfordert hat.

Funktionsweise

Die Funktionalität des Nagelziehers hat eine bekannte Basis: die Hebelwirkung. Damit diese für die Nagelentfernung eingesetzt werden kann, werden die beiden Klauenteile rechts und links vom Nagelkopf untergeschoben. Ist der Nagel tief verankert, kann es manchmal sinnvoll sein, mit einem spitzen Instrument einen kleinen Spalt zwischen dem Nagelkopf und dem Material zu schaffen. Damit der Nagel herausgezogen werden kann, ist es wichtige Voraussetzung, dass der Spalt eng genug ist, den Nagelkopf nicht durchrutschen zu lassen, dass aber der Nagelstift noch gut zwischen die beiden Klauenteile passt. Mit einer Hebelbewegung des Handwerkers kann der Nagel dann manuell herausgearbeitet werden. Oft sind es erst einige kleinere Hebelbewegungen, ehe der Nagel mit einem Zug herausgelöst werden kann.

Einsatzbereiche

Es gibt drei grundsätzliche Möglichkeiten, die zum Einsatz des Nagelziehers führen können. Nicht selten ist es ein Handwerksfehler, der dazu geführt hat, dass ein Nagel krumm in den Untergrund eingeschlagen, verbogen oder abgebrochen wurde. Auch bei der falschen Einschlagstelle ist der Nagelzieher von Nutzen. Er wird auch dann verwendet, wenn beispielsweise Möbel demontiert werden, damit sie transportiert oder besser verwertet werden können. Ein dritter Anwendungsfall sind Sanierungen und Reparaturen – wenn beispielsweise verrostete Nägel durch neue ersetzt werden sollen.

Aussehen

Die klassischen Nagelzieher bestehen aus zwei Teilen. Zunächst gibt es – analog dem Hammer – einen Stiel, mit dem das Werkzeug gut eingesetzt werden kann. Im vorderen Bereich des Werkzeugs befindet sich die sogenannte Klaue. Sie ist – ähnlich einer Gabel – leicht angewinkelt und besteht aus zwei Zinken, die U- beziehungsweise V-förmig angeordnet sind. Tatsächlich ist es auch die Gabel, die häufig als Nagelzieherersatz laienhaft eingesetzt wird, wenn auch mangels Stabilität des Metalls meist dessen Verbiegung erfolgt und der Nagel nicht herausgezogen werden kann.

Arten

Bei den Schraubstöcken unterscheidet man zwei grundsätzliche Arten: den Parallel- und den Flaschenschraubstock. Beim Parallelsschraubstock – er wird häufig als Klemmschraubstock genutzt – bleiben die beiden Backen immer zueinander parallel, unabhängig von dem Abstand, der ihnen durch das einzuspannende Werkstück vorgegeben wird. Beim Flaschenschraubstock – man kennt ihn auch mit dem Namen Schmiedeschraubstock – ist auch eine Winkeländerung möglich, die dann geschaffen wird, wenn man die Backen annähert.

Bei beiden Varianten ist die Backenfunktion dieselbe: Eine Spannbacke ist fest, die andere wird je nach Werkstückmaß bedarfsgerecht justiert. Wichtig ist dabei der Mittelweg: Das Werkstück ist so einzuspannen, dass es fest im Schraubstock eingespannt ist, aber dass die Backen das Material nicht beschädigen.

Pneumatisch

Eine etwas teurere Investition im Vergleich zum manuellen Nagelzieher ist die pneumatische Variante, die es für diese Werkzeuge und besonders für den Profibereich zu kaufen gibt. Mit ihnen wird der Aufwand geringer, da der Nagel nicht manuell, sondern mit Druckluft herausgezogen wird. Allerdings ist das Fingerspitzengefühl des Handwerkers mit dieser Version nicht mehr nutzbar. Vorteilhaft ist der Einsatz eines pneumatischen Nagelziehers jedoch, wenn er häufig im Einsatz ist. Im Handwerks- und Industriebetrieb ist die Anschaffung oft eine lohnenswerte Investition.

Werkzeug kombiniert

Der einfache Aufbau des Nagelziehers schafft die Möglichkeit, diesen mit anderen Handwerkszeugen zu kombinieren. So ist es beispielsweise praktisch, wenn ein klassisches Stemmeisen für Abbrucharbeiten mit einer Klaue für das Nagelziehen verbunden ist.
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