Crimpzangen

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Crimpzange

Die Bezeichnung Crimpzange leitet sich von dem Tätigkeitswort crimpen ab. Dieses beschreibt die Verbindung zweier Elemente mittels Quetschen. Dementsprechend wird das Crimpverfahren auch als Quetschverfahren bezeichnet. Die Crimpzange übt durch ihre Hebelkraft Druck auf die zu verbindenden Elemente aus. Sie verbindet durch diesen Druck die Enden eines Kabels unlösbar mit Steckvorrichtungen oder Aderendhülsen. Die Crimpzange schafft auf diese Weise dauerhafte und sichere Verbindungen, die nur schwer und mittels besonderem Werkzeug wieder gelöst werden können.

Einsatzbereiche

Anwendungsgebiet von Crimpzangen ist im allgemeinen die Elektrotechnik. Crimpzangen werden vor allem in den Bereichen Datenübertragung, Telefonie und Hochfrequenztechnik eingesetzt. Das Crimpen stellt hier eine praktische Alternative zum Löten dar. Bei korrekter Ausführung entsteht auf diese Weise eine gasdichte Verbindung. Die Crimpstrukturen sind weitgehend von Sauerstoff isoliert. Somit ist der Crimpbereich vor Korrosion geschützt. Spezielle Ausführungen der Crimpzange kommen bei Verbindungen von Wasserleitungs- und Heizungsrohren, beim Verschließen von Behältern mit Sprühkopf oder bei der Kaltumformung metallischer Halbzeuge zum Einsatz.

Arten

Crimpzangen besitzen zwei ergonomische Handgriffe, die maximal viel Kraft auf die Verbindungsstelle übertragen. Manche Modelle verfügen außerdem über einen Kniehebel, mit dem der ausgeübte Druck verstärkt werden kann. Crimpzangen werden in verschiedenen Größen und für spezifizierte Einsatzzwecke gebaut. Die üblichen Crimpgrößen liegen zwischen 0,25 und 10 mm². Qualitäts-Crimpzangen sind aus gehärtetem Stahl gebaut. Dieser Werkstoff garantiert Belastbarkeit und Langlebigkeit.

Crimpzange und Einsatzzweck müssen zusammenpassen. Im Folgenden werden die gängigsten Crimpzangen-Typen beschrieben.

  • Für Aderendhülsen: Zange wird in isolierter oder nicht-isolierter Form gebaut. Sie besitzt kegelförmige Seitenflächen. Dadurch gelingt ihr die optimale Verbindung der Elemente
  • Für Flachstecker und Flachsteckhülsen: Diese Crimpzangen sind mit einer Rollpressung ausgestattet, die das abisolierte Kabel sicher mit Hülse oder Stecker verbindet
  • Für nicht-isolierte Kabelschuhe: Hier wird die Crimpzange zusammen mit einer Kabelschnurzange verwendet, die das abisolierte Kabel in den Kabelschuh schiebt
  • Für Lichtwellenleiter: Die Zange verbindet den Steckverbinder mit dem Lichtwellenleiter

Mechanische und automatische Crimpzangen

Crimpzangen müssen der Größe und dem Durchmesser der Elemente angepasst werden, die eine Verbindung eingehen sollen. Diese Funktion stellt sich von selbst ein oder muss am Werkzeug justiert werden. Selbsteinstellende Zangen werden automatische Crimpzangen genannt. Zangen, die eingestellt werden müssen, heißen mechanische Crimpzangen.

Vorteile der mechanischen Crimpzangen

Mechanische Crimpzangen besitzten eine Ratsche, über die jeweils die gewünschte Größe der zu vercrimpenden Elemente eingestellt werden kann. Die mechanische Crimpzange ist einfach in der Handhabung und günstig in der Anschaffung.

Nachteile der mechanischen Crimpzangen

Zum Teil ist die Handhabung einer mechanischen Crimpzange mit großem Kraftaufwand verbunden. Je nach Krafteinsatz variieren die Ergebnisse. Bei höherem Arbeitsaufkommen arbeitet dieser Crimpzangen-Typ weniger effizient als eine automatische Zange.

Vorteile der automatischen Crimpzangen

Die automatische Crimpzange passt sich ohne weitere Voreinstellung der Größe des Leiters und des Verbindungselementes an. Auch der Pressdruck wird auf die Art des Werkstoffs abgestimmt. Mit solchen Crimpzangen entstehen konstante Pressergebnisse. Auch kann eine größere Anzahl von Verbindungen effizient bewerkstelligt werden.

Nachteile der automatischen Crimpzangen

Der Anschaffungspreis liegt deutlich höher als bei den mechanischen Ausführungen. Um konstant gute Arbeitsergebnisse zu erzielen, braucht es mit einer automatischen Crimpzange etwas Übung.
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