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Schreitbagger

Schreitbagger, auch unter der Bezeichnung Spinnenbagger geläufig, sind eine spezielle Variante von Standbaggern. Der Oberbau ähnelt herkömmlichen Hydraulikbaggern mit Kabine, Ausleger und Anbaugerät. Der Unterbau allerdings hat eine komplett abweichende Konstruktion. Statt einem herkömmlichen Rad- oder Kettenlaufwerk verfügt ein Schreitbagger über vier stelzenartige Schreitbeine, die nicht nur mit Rädern, sondern auch mit Abstützfüßen ausgerüstet sind. Die Beine sind vollständig unabhängig voneinander bewegbar, so dass mit dieser Maschine auch höchst unwegsame Gelände und Untergründe wie Flussbetten oder steile Hänge bearbeitet werden können. Diese Eigenschaften machen Schreitbagger zu hervorragenden Geräten für schwieriges Terrain beim Erdbau, in der Landschaftspflege und in der Forstwirtschaft.

Als Erfinder gilt der Schweizer Fabrikant Ernst Menzi, der den ersten Schreitbagger im Jahr 1966 der Öffentlichkeit präsentierte. Menzi war zu diesem Zeitpunkt bereits 69 Jahre alt, als er mit der Vermarktung startete. Zunächst waren die Maschinen sehr einfach konstruiert und boten dem Fahrzeugführer nur wenig Komfort. Ein Modell aus dem Jahr 1967 erreichte eine Motorleistung von 30 kW sowie eine Reißkraft von 30 kN bei einer Reichweite von 4,6 Metern. Im Lauf der Zeit erfuhren die Baumaschinen eine stete Weiterentwicklung und deutliche Leistungssteigerung. Moderne Schreitbagger verfügen heute über 60 bis 100 kW und haben ein Betriebsgewicht von 6 bis 10 Tonnen. Mit ihren Schreitbeinen kommen sie auf eine Bodenfreiheit von rund 1,5 Metern bzw. 2 Meter Wattiefe.

Die Beine am Unterwagen können einer Hanglage sowohl in horizontaler, als auch in vertikaler Richtung angepasst werden. Die Länge ist ebenfalls variabel. Werden die Räder hochgefahren, kommt das Gefährt auf seinen Stützen zu stehen. Falls alle vier Ausleger mit Rädern bestückt sind, kann der Bagger sich auf leichtem Gelände selbstständig damit fortbewegen. Bei manchen Maschinen sind allerdings nur die hinteren Ausleger bereift.

Will der Fahrer die Schreitfunktion nutzen, muss er den Auslegerarm zu Hilfe nehmen. Dieser wird auf den Boden gedrückt, so dass die vorderen Stützen abheben. Anschließend wird der Ausleger an das Fahrzeug herangezogen, und die Maschine rollt auf den Hinterrädern, eventuell unterstützt vom Antrieb, nach vorn. Der Ausleger wird nun wieder angehoben, die Schreitbeine bekommen erneut Bodenkontakt. Danach kann der nächste Schritt erfolgen. Soll die Maschine sich rückwärts bewegen, wird der Ausleger weggedrückt statt herangezogen. Für eine Richtungsänderung muss der Oberbau nach dem Anheben seitlich gedreht werden, damit das Fahrzeug schräg rechts oder links zur Seite rollen kann.

Auf diese Weise können Schreitbagger Hänge mit einem Winkel von bis zu 45 Grad bearbeiten, was einer Steigung von 100 % entspricht, oder in der Senkrechten Stufen von mehreren Metern Höhe überwinden. Sie sind auch in der Lage, sich für den Abtransport per Lkw oder Tieflader selbst auf eine Ladefläche zu hieven. Moderne Exemplare mit vier Rädern und Allradantrieb können kurze Strecken ohne Hilfe eines anderen Transportmittels zurücklegen.

Außer in den genannten Einsatzbereichen können Schreitbagger mit der entsprechenden Vorrichtung auch als Holzvollernter (Harvester), als Schwimmbagger sowie als Rettungs- und Bergungsgerät genutzt werden. Das Technische Hilfswerk beispielsweise hat mehrere Generationen spezieller Schreitbagger in seinen Diensten, die dort häufig als "Rettungsspinne" bezeichnet werden. Obwohl heutige Maschinen mit zahlreichen elektronischen Hilfen ausgerüstet sind, stellt die Bedienung sehr hohe Ansprüche an die koordinativen Fähigkeiten des Fahrers.

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Schreitbagger

Schreitbagger, auch unter der Bezeichnung Spinnenbagger geläufig, sind eine spezielle Variante von Standbaggern. Der Oberbau ähnelt herkömmlichen Hydraulikbaggern mit Kabine, Ausleger und Anbaugerät. Der Unterbau allerdings hat eine komplett abweichende Konstruktion. Statt einem herkömmlichen Rad- oder Kettenlaufwerk verfügt ein Schreitbagger über vier stelzenartige Schreitbeine, die nicht nur mit Rädern, sondern auch mit Abstützfüßen ausgerüstet sind. Die Beine sind vollständig unabhängig voneinander bewegbar, so dass mit dieser Maschine auch höchst unwegsame Gelände und Untergründe wie Flussbetten oder steile Hänge bearbeitet werden können. Diese Eigenschaften machen Schreitbagger zu hervorragenden Geräten für schwieriges Terrain beim Erdbau, in der Landschaftspflege und in der Forstwirtschaft.

Als Erfinder gilt der Schweizer Fabrikant Ernst Menzi, der den ersten Schreitbagger im Jahr 1966 der Öffentlichkeit präsentierte. Menzi war zu diesem Zeitpunkt bereits 69 Jahre alt, als er mit der Vermarktung startete. Zunächst waren die Maschinen sehr einfach konstruiert und boten dem Fahrzeugführer nur wenig Komfort. Ein Modell aus dem Jahr 1967 erreichte eine Motorleistung von 30 kW sowie eine Reißkraft von 30 kN bei einer Reichweite von 4,6 Metern. Im Lauf der Zeit erfuhren die Baumaschinen eine stete Weiterentwicklung und deutliche Leistungssteigerung. Moderne Schreitbagger verfügen heute über 60 bis 100 kW und haben ein Betriebsgewicht von 6 bis 10 Tonnen. Mit ihren Schreitbeinen kommen sie auf eine Bodenfreiheit von rund 1,5 Metern bzw. 2 Meter Wattiefe.

Die Beine am Unterwagen können einer Hanglage sowohl in horizontaler, als auch in vertikaler Richtung angepasst werden. Die Länge ist ebenfalls variabel. Werden die Räder hochgefahren, kommt das Gefährt auf seinen Stützen zu stehen. Falls alle vier Ausleger mit Rädern bestückt sind, kann der Bagger sich auf leichtem Gelände selbstständig damit fortbewegen. Bei manchen Maschinen sind allerdings nur die hinteren Ausleger bereift.

Will der Fahrer die Schreitfunktion nutzen, muss er den Auslegerarm zu Hilfe nehmen. Dieser wird auf den Boden gedrückt, so dass die vorderen Stützen abheben. Anschließend wird der Ausleger an das Fahrzeug herangezogen, und die Maschine rollt auf den Hinterrädern, eventuell unterstützt vom Antrieb, nach vorn. Der Ausleger wird nun wieder angehoben, die Schreitbeine bekommen erneut Bodenkontakt. Danach kann der nächste Schritt erfolgen. Soll die Maschine sich rückwärts bewegen, wird der Ausleger weggedrückt statt herangezogen. Für eine Richtungsänderung muss der Oberbau nach dem Anheben seitlich gedreht werden, damit das Fahrzeug schräg rechts oder links zur Seite rollen kann.

Auf diese Weise können Schreitbagger Hänge mit einem Winkel von bis zu 45 Grad bearbeiten, was einer Steigung von 100 % entspricht, oder in der Senkrechten Stufen von mehreren Metern Höhe überwinden. Sie sind auch in der Lage, sich für den Abtransport per Lkw oder Tieflader selbst auf eine Ladefläche zu hieven. Moderne Exemplare mit vier Rädern und Allradantrieb können kurze Strecken ohne Hilfe eines anderen Transportmittels zurücklegen.

Außer in den genannten Einsatzbereichen können Schreitbagger mit der entsprechenden Vorrichtung auch als Holzvollernter (Harvester), als Schwimmbagger sowie als Rettungs- und Bergungsgerät genutzt werden. Das Technische Hilfswerk beispielsweise hat mehrere Generationen spezieller Schreitbagger in seinen Diensten, die dort häufig als "Rettungsspinne" bezeichnet werden. Obwohl heutige Maschinen mit zahlreichen elektronischen Hilfen ausgerüstet sind, stellt die Bedienung sehr hohe Ansprüche an die koordinativen Fähigkeiten des Fahrers.